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Alte Schule Ribbeck
Da, wo der Birnbaum steht

6. Mai

Die wahre Geschichte vom Birnbaum

Das Puppenspiel für die ganze Familie

Flyer der Alten Schule
6. Mai | 15 Uhr | Puppenbühne Der Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland Die wahre Geschichte vom Birnbaum Basierend auf den weltweit berühmten Versen und lokalen wie auch historischen Gegebenheiten erzählt eine ca. einstündige Inszenierung die wahre Geschichte des berühmten Birnbaums zu Ribbeck: Die Freigiebigkeit des Gutsherren Hans Georg von Ribbeck (1689 – 1759) erregt den Unwillen seines Sohnes Otto Karl Friedrich (1729 – 1800). Auf Schritt und Tritt beobachtet er seinen Vater, und versucht, der väterlichen Verschwendung seines Erbes zu wehren. Er sieht es überhaupt nicht ein, dass sein Vater die Birnen aus dem gutsherrlichen Garten an die Dorfkinder verschenkt. Täglich legt er dem Vater neue Hindernisse in den Weg, und lässt eines Tages sogar eine hohe Mauer um den Garten bauen. Jedoch der alte Gutsherr ist gewitzt, und es gelingt ihm immer wieder, seine Birnen an die Dorfkinder zu verschenken. Als sein Ende naht, lässt er sich von seinem Sohn eine Birne in die Hand geben, und stirbt. Ohne Altersbegrenzung | Eintritt: 6,00 € | Vorverkauf/Reservierung: 5,00 € Ausstellung zeigt Fundstücke                     aus alten Büchern Märkische Allgemeine, Der Havelländer, Andreas Kaatz, 7. März 2018 Zum Nachdenken und Schmunzeln regen die Exponate in der Ausstellung „Zettelkram“ an. Diese sind im Rahmen des Ribbecker Bücherwinters noch bis zum 18. März in der Alten Schule zu sehen. Axel Koziol hat dort Fundstücke zusammengetragen, die aus alten Büchern stammen und teilweise als Lesezeichen dienten. Viele erzählen auch Geschichte. Ribbeck. Wer hat es nicht schon mal erlebt? Da taucht plötzlich ein altes, verschollen geglaubtes Buch auf, vielleicht aus eigenen Kindertagen. Man blättert neugierig darin. Plötzlich fällt etwas heraus. Ein Lesezeichen, ein Notizzettel, ein Zeitungsausschnitt. Plötzlich kommt die Erinnerung, was das bedeutet – oder auch nicht. Ganz ähnlich geht es seit zwölf Jahren in der Alten Schule in Ribbeck zu. Eine Auswahl solcher Fundstücke ist jetzt in der Ausstellung „Zettelkram“ zu sehen – im Rahmen des Bücherwinters.  „Wir bekommen immer wieder Bücherspenden oder werden selber auf Trödelmärkten fündig“ sagt Axel Koziol. Und dann passiert es: Beim Durchblättern fällt etwas heraus. „Wir haben es dann meistens in eine Kiste geworfen, ohne es uns näher anzuschauen. Irgendwann entstand die Idee, daraus etwas zu machen.“ Bei näherer Betrachtung blieb er an vielen Sachen hängen. „Das ist oft faszinierend, da wird Geschichte erzählt.“ Halber Stundenplan als Lesezeichen Beispielsweise kam ein halber Stundenplan zum Vorschein, der möglicherweise als Lesezeichen diente. Darauf die Aufforderung: „Knochen zur Schule mitbringen“. Ab 1937 wurden nämlich Knochensammlungen durchgeführt, um heimische Ressourcen zu nutzen. Aber auch eine Rentenmark befreite sich aus der Enge der Buchseiten. „Die gab es bis 1948, das ist schon spannend“, sagt Koziol, der jedoch bedauert:„Leider hat niemand aufgeschrieben, welche Fundstücke aus welchen Büchern gefallen sind.“ Dies ist nur in wenigen Fällen bekannt. Einmal fand sich in einem Westermann-Schulatlas das kleine Bild einer unbekleideten Dame, von der nur der nackte Rücken zu sehen ist. Gerade noch züchtig genug für einen Schüler. Das Foto war sorgfältig aus einer Zeitung ausgeschnitten worden. Auf der Rückseite Teile eines Kreuzworträtsels. Wer könnte das gemacht haben? „Da stellt man sich einen Bengel vor, der sein besonderes Lesezeichen angefertigt hat“, meint Koziol schmunzelnd. Die „Lebensweise der Zauneidechse“ Auch in anderen Fällen reicht es nur zu Vermutungen. Auf einem A5-Zettel hat jemand die „Lebensweise der Zauneidechse“ niedergeschrieben. War es eine Strafarbeit, die der Schüler dann zwischen den Buchseiten verschwinden ließ, weil der Lehrer nicht mehr daran gedacht hat? Und was Axel Koziol häufig entgegen flatterte, das waren Entschuldigungszettel – so wie dieser von 1917: „Sehr geehrtes Fräulein, komme höflichst mit der Bitte, meine Tochter Veronika wegen versäumten Schulunterrichtes zu entschuldigen. Hochachtungsvoll….“. Und 1957 war es offenbar üblich, dass der Zahnarzt die Eltern auf einem Formular des Rates des Kreises Nauen darüber informierte, dass es doch an der Zeit wäre, dass die Tochter mal zur Untersuchung geht. „Dringend notwendig“ sei es. Tochter Helga kam dem offenbar nach. „Sanierung durchgeführt!“, konnte der Dentist zwei Wochen später auf dem Formular vermelden. Selbst Werbung ist zu finden Auch Werbung überdauerte die Zeiten zwischen Buchseiten. Landwirte, die mehr aus ihrer Zeit machen wollten, sollten auf den Kauf einer Dreschmaschine setzen: „Den Dreschtag früh beenden“, warb die Firma. Oder ein dünner Karstadtkatalog aus den 50er-Jahren mit Preisen für Couch, Tisch und Wohnzimmerschrank. Das sorgte auch für Schmunzeln bei Besuchern. „Die Eltern hatten sich darüber amüsiert, die Kinder allerdings meinten: Dieses Design gibt es doch heute schon wieder“, erinnert sich Koziol an das Familiengespräch. Darüber hinaus sind in der Ausstellung auch der Schein einer Strandkorbvermietung aus Zingst zu finden, Sammelbildchen, eine Werbung für Militärklamotten aus dem 1. Weltkrieg oder ein Sonderfahrschein der BVG für Ostberliner, die eine Fahrt in den Westsektoren unternehmen. Abgestempelt am Kottbusser Tor. Schließlich fand der ehemalige Westberliner Koziol auch das Formular eines Antrages auf Einreise in die DDR. Den hatte er früher ebenfalls ausfüllen müssen. Das Geheimnis einer Postkarte Gern hätte er zudem gewusst, in welchem Buch eine Postkarte steckte, die in Malta mit Ziel England abgeschickt wurde. Und warum kam sie nach Ribbeck? Fragen über Fragen. Darunter ist auch jene, warum in DDR-Büchern deutlich weniger Fundstücke auftauchten als in Büchern aus früherer Zeit. Achtjähriger dokumentiert die letzten Kriegstage Koziols Lieblingsfundstück ist ein Notenheft – in dem aber gar keine Noten stehen. Ein achtjähriger Junge aus Lehnin hat darin vielmehr seine Erlebnisse aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges sowie kurz nach Ende des Krieges zu Papier gebracht. So dienten die Notenlinien als Straße für Panzer, abgeschleppte Fahrzeuge oder Flugzeuge. Er schrieb Truppenbewegungen auf, zuletzt am 29. April 1945. Dann die Notiz, dass am 3. Mai die Kampfhandlungen beendet sind. „Spannend ist, dass er die ganze Zeit mit Bleistift gezeichnet hat und dann muss er wohl Farbstifte bekommen haben. Ab Juli wird es bunt“, sagt Koziol beeindruckt. Am Ende prangen Hammer und Sichel auf einem Haus. Denkanstöße geben Mit der kleinen, teils unterhaltsamen Ausstellung will Axel Koziol auch Denkanstöße geben und ein wenig sensibilisieren: „Man sollte durchaus darauf achten, was man da in alten Büchern so findet. Das ist schon spannend.“
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